Warum müssen wir GEZ zahlen?

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GEZ – Reines Ärgernis oder durchaus nützlich?

Die GEZ ist ein Thema, welches viele Menschen in Deutschland immer und immer wieder beschäftigt. Manche sind dafür, dass die Beitragszahlungen, welche allgemein auch als Rundfunkgebühren bezeichnet werden, dringend abgeschafft werden – die anderen finden die Regelungen in Zusammenhang mit der GEZ sinnvoll. Die Meinungen gehen so weit auseinander wie die Argumente. Und doch haben irgendwie beide Seiten recht, mit dem was sie sagen.

Wer zieht die Gebühr ein?

In voller Länge wird die Gebühr als „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“ bezeichnet, doch kaum jemand nennt sie bei diesem Namen. Der Service wird von den neun öffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalten, dem ZDF und dem Deutschlandradio betrieben. Es handelt sich hierbei um eine gemeinschaftliche Einrichtung, welche jedoch nicht als rechtsfähig betrachtet wird. Der Service basiert erst seit dem Jahr 2013 auf dieser rechtlichen Konstellation, welche ihren Sitz in Köln hat. Die Gebühreneinzugszentrale, welcher die GEZ ihren Namen bis heute zu verdanken hat, gibt es in dieser Form bereits seit ebenjenem Datum nicht mehr. Trotzdem ist die Gebühr den allermeisten Menschen unter der Bezeichnung GEZ bekannt – und das wird sich wahrscheinlich auch nicht so schnell ändern.

Der Beitragsservice zieht das Geld regelmäßig von allen zahlungsverpflichteten Bürgern ein und leitet es anschließend an das ZDF, das ARD und das Deutschlandradio weiter. 14 weitere, weniger bekannte Landesrundfunkanstalten profitieren ebenfalls von der finanziellen Unterstützung.

Wer zahlt wann wie viel Geld?

Bereits seit dem 01. Januar 2013 müssen alle deutschen Haushalt die Gebühren zahlen. Hierbei spielt es keine Rolle, wie viele Personen sich in einem Haushalt befinden oder, welche Geräte von diesen Personen genutzt werden. Neben Privathaushalten müssen auch Institutionen und Firmen die Gebühr in voller Höhe zahlen. Es genügt, wenn pro Wohnung ein Beitragszahler offiziell gemeldet ist – die Pflichten aller anderen Mitbewohner sind dadurch automatisch abgedeckt. Vor dem Jahr 2013 war das noch ganz anders geregelt: Damals musste die Gebühr pro Kopf entrichtet werden. Sogar für erwachsene Kinder musste einzeln bezahlt werden. Besonders für Familien und Wohngemeinschaften ist die neue Regelung im Vergleich dazu wesentlich angenehmer und spart bares Geld. Die Gebühr beträgt 17,89 Euro pro Monat und wird monatlich oder quartalsweise abgerechnet.

GEZ notwendig für freie Berichterstattung

In der Öffentlichkeit ist das Thema dieser speziellen Gebühren bereits seit vielen Jahren ein heikles Thema. Besonders der Umgang mit den Kundendaten sowie die allgemeine Unzufriedenheit mit Gebühren „für alle“ gaben Anlass zur Diskussion. Während es viele Menschen als ungerecht empfinden, dass die Höhe der Gebühren weder vom Einkommen, dem Status oder dem Nutzungsverhalten abhängt, empfinden viele Verbraucher genau dieses Vorgehen als besonders wichtig. Die Befürworter der GEZ sind der Meinung, dass es notwendig ist, die öffentlich-rechtlichen Sender mithilfe der finanziellen Unterstützung durch die Allgemeinheit unabhängig von anderen Geldgebern zu machen. Ein besonders häufig genanntes Argument ist die unabhängige und neutrale Berichterstattung, auf welche man sich beim ARD, ZDF und Co verlassen könne. Bei privaten Sendern besteht durchaus Grund zur Sorge, dass sich die Sender von großen Geldgebern beeinflussen lassen, was die Wahl der Inhalte betrifft. Dieses Argument leuchtet ein, da die privaten Sender ihr Geld dringend benötigen, um in der sich wandelnden Medienlandschaft zu überleben.

Unfaire Regelungen bei der Einziehung von Gebühren

Die Gegner der GEZ führen vor allem einen Grund an, welcher gegen die Erhebung der Rundfunkgebühren spricht: Jeder hat die Gebühren regelmäßig und in voller Höhe zu zahlen. Dieser Fakt ist nicht etwa abhängig davon, ob der Service überhaupt in Anspruch genommen wird. Wer weder Sendungen der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender konsumiert, noch die entsprechenden Radiosender hört, der möchte verständlicherweise auch nichts dafür zahlen, um diese aufrechtzuerhalten. Diese Argumentation scheint ebenso nachvollziehbar wie alle Gründe für die Gebührenerhebung.