Warum wir Fakten ignorieren!

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Wie nehmen neue Fakten Einfluss auf unsere Lebensanschauung?

Es liegt wohl in der Natur des Menschen, dass man Fakten nicht widerspruchslos hinnehmen will. Eigene Meinungen und Behauptungen werden verteidigt, als wenn es ums Überleben geht. Aber warum ignorieren wir Fakten, die doch offensichtlich dazu geeignet sind, unsere eigene Weltanschauung zu präzisieren. Vielleicht gewinnt man auch neue Erkenntnisse, die das eigene Leben beeinflussen.

Die privaten Herausforderungen
Man kann mit Bekannten, Freunden und Nachbarn hervorragend streiten, wenn es um die Erziehung der Kinder geht, den Musik- oder Modegeschmack der heutigen Jugend oder die Haltung von Nachbars Pfiffi. Es gibt viele unterschiedliche Meinungen, die aufeinander prallen. Mal werden sie akzeptiert, dann wieder regen sie zum Widerstand auf. In diesen Streitgesprächen werden oftmals die Fakten außer acht gelassen oder eben ignoriert, obwohl man es manchmal in seinem Inneren besser weiß. Aber zugeben? Auf keinen Fall! Warum glauben die meisten Menschen diesen Erkenntnissen nicht? Sie klammern sich an Behauptungen und eben auch Fakten, die sie für gut und richtig halten. Dabei kann man aber nicht sagen, dass diese Menschen eventuell schlecht informiert sind. Die Menschen neigen dazu, die Fakten so zu bewerten, wie es ihren persönlichen Einstellungen und Motivationen entspricht. Während man sich mit Nachbarn und Freunden noch im Streitgespräch befindet, ist man bemüht, sein Gesicht nicht zu verlieren und auf seiner vorgefassten Meinung zu beharren. Selbst in Fachkreisen ist man sich darüber einig, dass Menschen auch neue wissenschaftliche Erkenntnisse nicht unvoreingenommen gelten lassen. Aber auch im täglichen Leben findet man zahlreiche Beispiele, wie bestehende Tatsachen negiert werden, nur um eine eigene Fehleinschätzung nicht zugeben zu müssen. Wie sagt man? Wahrheit tut oftmals weh. So das Resümee, wie eine Negierung der Fakten im privaten Bereich ablaufen könnte. Und man kann versuchen, sein Gegenüber mit Argumenten und Wissen zu überzeugen, aber man kann sich auch nicht wie ein Elefant im Porzellanladen benehmen, so überzeugt man keinen Menschen.

Vernunft und Wissen – Fluch oder Segen?
Während die Beispiele im privaten Sektor relativ einfach sind, können falsch interepretierte Fakten in der Weltpolitik schwerwiegende Folgen haben. Wie mit Erkenntnissen und Informationen aus der Wirtschaft, der Politik und der Wissenschaft umgegangen wird, liegt vor allem auch daran, welches Weltbild die Verantwortlichen in sich tragen. Können sich die Menschen mit den Faktoren identifizieren, die die Verantwortlichen in den Raum stellen? In erster Linie fragt man sich, wie tangiert dieses oder jenes Problem unser eigenes Leben? Sind unsere Empfindungen und unser Wissen eins, dann werden wir auch an den Ergebnissen festhalten. Wenn diese widerlegt werden, kommen wir mit unserer Überzeugung ins Wanken und es fällt uns schwer, uns auf den neuen Blickpunkt einzustellen. Je nachdem, wie tief diese Informationen bei uns festsitzen und wie sehr sich unser Weltbild damit vereinbart, desto mehr werden wir die Fakten ignorieren. Wir stempeln sie im schlimmsten Fall als böses Machwerk ab. Dafür gibt es in der Gegenwart genügend Beispiele, die uns an den Fakten zweifeln lassen. Das aktuellste Thema ist der Klimawandel. Während viele Menschen an diesen Fakten zweifeln, ignorieren sie auch die Tatsache, dass der Klimawandel bereits bei uns angekommen ist. Oder wie verhält es sich mit der Entstehungsgeschichte der Menschheit? Ist die biblische Schöpfungsgeschichte wahrscheinlicher als Darwins Evolutionstheorie? Wenn Personen fest von ihrer Meinung überzeugt sind, dann werden sie sich auch nicht leicht vom Gegenteil überzeugen lassen. Der eigene Erfahrungsschatz spielt auch hier eine große Rolle. Passen die neuen Erkenntnisse und Fakten in das eigene Weltbild, dann kann man sich damit auch gut auseinander setzen. Stimmen diese mit den eigenen Interessen nicht überein, dann würde man diese Informationen voll und ganz ignorieren. Zusammenfassend kann man sagen, dass der Mensch Fakten nur dann akzeptiert, wenn sie mit seiner eigenen Weltanschauung zusammen passen. Auch die Angst beeinträchtigt die Akzeptanz oder Ignoranz von neuen Erkenntnissen. Ist dieser Faktor nicht gegeben, dann werden die neuen Erkenntnisse auch offener betrachtet und eventuell auch eher akzeptiert. So könnte sich mancher positive Sinneswandel durchsetzen.