Was ist unser Geld wert?

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Was ist unser Geld eigentlich wirklich wert?

Haben Sie sich schon einmal tiefere Gedanken darum gemacht, was sich in Ihrem Geldbeutel befindet? Geldscheine und Münzen, werden Sie nun sagen. Das, was wir zum täglichen Leben benötigen. Aber hinter diesem so selbstverständlichen Gut Geld steckt noch weitaus mehr als nur die Bezahlmöglichkeit.

Die Akzeptanz des Geldes als Zahlungsmittel
Mit Scheinen und Münzen können wir uns die Dinge kaufen, die wir benötigen. Schon von Geburt an werden wir mit dem Phänomen Geld konfrontiert, sodass es für den Menschen zu eine der natürlichsten Sachen heranwächst. Wir nehmen von Vornherein an, dass das Geld einen allumfassenden, anerkannten Wert hat, der niemals abbrechen wird. Dabei wird jedoch häufig eine Sache vergessen. Die Menschheit selbst hat dieses Mittel erfunden, um Tausch – beziehungsweise Warengeschäfte zu erleichtern. Gleichzeitig herrscht bis heute eine Akzeptanz unter der Bevölkerung, dass Geld die führende Rolle spielt, wenn es um das Bezahlen geht. Diese Akzeptanz kann jedoch nur so lange funktionieren, wie die Ordnung in unserer Gesellschaft herrscht. Nirgends steht in Stein gemeißelt, dass wir unsere Einkäufe so erledigen müssen. Der Wert des Geldes und seine Bedeutung für uns existiert nicht seit Menschenbeginn als ein vollkommen natürliches Phänomen wie das Feuer. Er ist eine Vorstellung. Und diese Vorstellung kann jederzeit auseinanderbrechen. Immer wenn in den Medien von (Natur-)Katastrophen oder Ausnahmezuständen berichtet wird, werden gleichzeitig Bilder von Plünderungen gezeigt. Die Ordnung ist auseinandergebrochen. Niemand schert sich in solch lebensbedrohlichen Situationen darum, wie viel Geld er besitzt. Wenn es um das Überleben geht, helfen auch die größten Geldscheine nichts.

Das virtuelle Geld
In den letzten Jahren sind Zahlungsmittel wie Bitcoin in Mode gekommen. Viele Menschen verteufeln diese digitale Währung, da sie lediglich ein virtuelles Phänomen darstelle, etwas, das man nicht anfassen könne. Schon seit langem regiert das bargeldlose Bezahlen und damit verbunden die virtuelle Zahlungsweise. Ein klassisches Beispiel soll diese Problematik verdeutlichen. Auf den Kontoauszügen und im Online – Banking prangt eine Zahl nach der anderen sowie auch der Kontostand. Doch er lässt sich lediglich vom Computerbildschirm ablesen. Sie besitzen dieses Geld zwar rein rechtlich, aber physisch halten Sie es nicht in Ihren Händen. Würden auf einen Schlag alle Menschen ihr Erspartes von der Bank abholen wollen, so hätte dieses Kreditinstitut ein sehr großes Problem. Die Bargeldeinlagen der Bank müssen sich nämlich nicht mit dem Gesamtvermögen der Kunden auf deren Konten decken.
Ein ähnliches Problem ergibt sich an der Börse. Wenn Sie Aktien eines Unternehmens kaufen und der Aktienkurs steigt im Laufe der Zeit um das Doppelte, dann besitzen Sie doppelt so viel Geld wie zu Beginn. Allerdings nur auf dem Papier. Noch haben Sie Ihre Wertpapiere nicht verkauft und solange Sie dies nicht getan haben, ist Ihr Gewinn nicht real, sondern wird nur repräsentiert von dem grünen Plus.

Das schleichende Inflationsmonster
Der Wert des Geldes kann noch von einer weiteren Perspektive betrachtet werden. Wir alle kennen das Phänomen der Inflation und nicht wenige haben davor Angst. Jedes Jahr verliert unser Geld an Wert. Wir können uns dann weniger für das gleiche Geld kaufen als im letzten Jahr. 1923 suchte die berühmte Hyperinflation das Deutsche Reich heim. Auf dem Höhepunkt der unvergleichlichen Krise kostete zum Beispiel ein Liter Milch 360 Milliarden Reichsmark. Auch wenn dieses historische Beispiel ein extremes darstellt, so sollte bedacht werden, dass durch die anhaltende Niedrigzinspolitik auch jetzt tausenden von Sparern ihr Sparplan zunichte gemacht wird. Lebensversicherungen verlieren drastisch an Wert und die klassischen Sparbücher und Tagesgeldkonten werfen kaum mehr Zinsen ab. Es droht eine starke Altersarmut für die Zukunft. In diesem Zusammenhang wird mit dem Bau von Immobilien geworben. Ohnehin sei eine Immobilie wesentlich besser als reines Papiergeld. Schließlich sei das Betongold etwas Reales, welches aktiv als Wohnraum genutzt werden könne.

„Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.“ Glaubt man Statistiken, so kennen mehr Menschen Mario Götze und Daniela Katzenberger als Warren Buffet. Der Mensch beschäftigt sich nicht gerne mit dem Phänomen Geld, da es scheinbar kompliziert ist. Wenn er sich aber nicht die Zeit dafür nimmt, wird er fatalerweise einen völlig falschen Eindruck vom Wert des Geldes haben, nämlich den, dass er ewig anhalten wird.