Was macht eine Wirtschaftsrkrise aus?

Wirtschaftskriese
Wirtschaftskriese

Wirtschaftskrise – alle Fakten zum gefürchteten Phänomen

Die Wirtschaftskrise. Hierbei handelt es sich um einen Begriff, welcher immer wieder fällt – in der Politik ebenso wie in vielen anderen Bereichen des täglichen Lebens. Die einen verwenden die Bezeichnung zur Panikmache und setzen die Erwähnung ganz gezielt ein, um Angst vor einer wirtschaftlichen Katastrophe zu streuen. Andere verwenden den Begriff in einem neutraleren Kontext, indem sie auf die Entwicklungen in einzelnen Ländern anspielen. Aber was macht eine Wirtschaftskrise aus?

Eine Definition

In der allgemeinen Volkswirtschaftslehre bezeichnet die Wirtschaftskrise den Zustand einer oder mehrerer Länder. Es geht dabei um eine deutlich negative Entwicklung aller wirtschaftlicher Faktoren – und primär um das Wirtschaftswachstum. Auch negative Phasen bei makroökonomischen Themen werden so bezeichnet. Dabei kann es sich zum Beispiel um Variablen wie das Preisniveau, den Stellenmarkt oder die Kapitalströme ganz allgemein handeln. Unterschieden wird in erster Linie zwischen den verschiedenen Phasen der Stagnation, der Depression und der Rezession. In der erstgenannten Phase kommt die Wirtschaft zum Erliegen, bei der Depression hingegen ist die über einen sehr langen Zeitraum andauernde Rezession gemeint.

Diese verschiedenen Arten einer Krise gibt es

Eine Währungskrise bezeichnet einen Zustand, in welchem es zu einer hohen Inflation kommt. Das gedruckte Geld bzw. Münzgeld verliert an Wert, die Kaufkraft sinkt erheblich und Personen mit großen Besitztümern von Bargeld werden von heute auf morgen arm. Ausgelöst werden kann die Währungskrise durch einen künstlich überhöhten Wechselkurs. Häufig mündet eine derartige Krise aufgrund der vielen negativen Begleiterscheinungen in einer gesamtheitlichen Krise der Wirtschaft.

Bei der Deflationskrise passiert genau das Gegenteil: Ein langfristiger Rückgang der Preise ordnet dem Geld mehr Wert zu und die Wirtschaft gerät aus dem Gleichgewicht. Dieses Phänomen wird von vielen Experten für den Auslöser der Wirtschaftskrise um 1930 in den USA gesehen. Damals wurde die im Umlauf befindliche Geldmenge künstlich reduziert; die Folge war eine Deflation.

Die sogenannte Finanzmarkt-Krise ist eine ebenso sehr gefürchtete Art der Wirtschaftskrisen. Nicht ohne Grund findet sie in den letzten Jahren immer und immer wieder Erwähnung in den Medien und von Seiten allerlei Politiker und Wirtschaftsexperten. Bei einer solchen Krise gehen die Vermögenswerte deutlich zurück, sodass die Zahlungsfähigkeit von Unternehmen schwindet. Hiervon sind vor allem die Größen der Finanzwirtschaft betroffen. Sofern dieses Phänomen von einem Zusammenbruch der Banken begleitet wird, spricht man von einer Bankenkrise. Ausgelöst werden Finanzkrisen zumeist durch Unsicherheiten bei privaten Anlegern. Sofern die gesamtwirtschaftliche Lage unsicher ist, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das System aus dem Gleichgewicht gerät und die Anleger zusätzlich verunsichert werden.

Die Geschichte der Wirtschaftskrisen

Um für die Zukunft zu lernen und auf alles vorbereitet zu sein, bietet es sich an, einen kurzen Blick zurück zu werfen. Welche Wirtschaftskrisen gab es in der Vergangenheit und wodurch wurden diese begünstigt oder ausgelöst?

Die Deutsche Geldkrise begann im Jahr 1459 und liegt damit schon sehr lange zurück. Sie entstand damals durch Erbstreitigkeiten zwischen Erzherzögen – ein Auslöser, welcher in der heutigen Zeit wohl keine Rolle mehr spielen dürfte. Die Englische Geldkrise fand wiederum 1696 statt und wurde angestoßen durch weitreichende Änderungen in der Währung. Durch die neue Zusammensetzung der gängigen Münzen kam es zu einem Mangel an Zahlungsmitteln. Rund hundert Jahre später gab es die nächste große Wirtschaftskrise: die Hamburger Handelskrise. Diese wurde ausgelöst durch eine Überfüllung des Hamburger Marktes mit verschiedenen Waren. Aufgrund des Überschusses waren die Güter nicht absetzbar und mündeten in einer Krise. Neben den großen Ölkrisen aus 1973 und 1980 gab es noch die Weltwirtschaftskrise aus 1929 – eine Krise mit einem besonders großen Ausmaß. Dieser schwere Einbruch der Weltwirtschaft beschäftigt Experten noch heute – ganz zu schweigen von zwei noch recht jungen Ereignissen: der Finanzkrise ab 2007 und der Eurokrise aus dem Jahr 2010.