Wie uns Stromanbieter abzocken!

Bild eines Strom-Umspannwerks.
Bild eines Strom-Umspannwerks.

Obgleich jeder zweite Verbraucher nicht mit seinem Stromanbieter zufrieden ist, wird kaum gewechselt.

Dabei ist die Kündigung seit fast zwei Jahrzehnten leicht möglich und seriöse Provider gibt es mehr als genug. Mit welchen Tricks manche Stromanbieter ihre Kunden abzocken, lesen Sie im nachfolgenden Beitrag.

Vorsicht bei vermeintlich besonders billigen Lieferanten

In den meisten Vergleichsportalen muten Stromanbieter mit Vorkasse sehr günstig an. Das stimmt aber nur, wenn Sie Ihren Stromverbrauch für ein ganzes Jahr bis auf die Kilowattstunde genau einschätzen können. Sie kaufen dann ein Paket mit 2.000, 2.500 oder 3.000 Kilowatt, Sie können nur unter den Vorgaben des Anbieters wählen und gehen damit ein kaum kalkulierbares Risiko ein. Verbrauchen Sie den Strom innerhalb der Vertragslaufzeit nicht, verfällt er und das wirkt sich negativ auf den Kilowattstunden-Preis aus. Ist das Kontingent bereits vorher aufgebraucht, fallen Sie beim Nachkauf automatisch in den teuren Grundtarif. In beiden Szenarien verpufft der vermeintliche Preisvorteil, unter Umständen bezahlen Sie bei einem „billigen Stromprovider“ mehr als beim alten Versorger.

Stromanbieter zocken mit Bonusangeboten ab

Viele Vergleichsportale stellen die Konfiguration zugunsten der Anbieter ein. Das heißt, sie berücksichtigen beim Ranking die Neukundenboni und derartige Versorger landen dann automatisch auf den vordersten Plätzen. Ein Stromanbieter mit Bonusversprechen ist zwar im ersten Jahr vergleichsweise günstig, aber im Folgejahr kommt die böse Überraschung. Dann liegt der Strompreis günstigstenfalls im mittleren Preissegment und animiert zur Kündigung. Der Provider hat dies aber vorausgesehen und den Vertrag im Kleingedruckten mit langer Kündigungsfrist (zwei Jahre oder mehr) versehen.

Stromanbieter sind selten zahlungswillig

Selbst wenn Sie sich an den Vertrag halten und weiter beim gewählten Anbieter bleiben, erhalten Sie den versprochenen Bonus selten automatisch gutgeschrieben. Die meisten Versorger überweisen erst auf Anforderung und hoffen, dass möglichst viele Kunden ihre Prämien vergessen. Es gibt sogar Stromanbieter, die in den AGBs besondere Voraussetzungen für die Bonusauszahlung verankern. Die werden im Ernstfall zwar von keinem Gericht anerkannt, bringen aber Ärger und Zeitverlust mit sich. Deshalb Vorsicht bei Versorgern mit Bonusversprechen.

Stromanbieter mit mangelnder Transparenz

Wenn Ihnen der Versorger eine Preiserhöhung ankündigt, haben Sie automatisch ein Sonderkündigungsrecht. Deshalb teilen viele Provider steigende Preise nicht deutlich sichtbar, sondern in anderweitige Themen eingeschoben mit. Die Versorger hoffen darauf, dass Sie vermeintlich unwichtige Passagen in den Mitteilungen einfach übergehen und damit Ihr Sonderkündigungsrecht verwirken. Andere Anbieter nennen nur den neuen Preis, aber nicht die daraus resultierenden Mehrkosten. Damit wird vielen Verbrauchern nicht klar, ob die Erhöhung geringfügig oder erheblich ausfällt, denn die wenigsten Stromkunden kennen ihren aktuellen Kilowattstunden-Preis.

Probleme beim Kündigen

Viele Stromanbieter lassen einmal akquirierte Kunden nur schwer wieder los, bei der Kündigung werden Fristen verschlampt, Kündigungsschreiben ignoriert und vereinbarte Prämien verweigert. Deshalb muss der gesamte Kündigungsvorgang dokumentiert und für eventuelle Auseinandersetzungen vor Gericht aufbewahrt werden.

Wie erkennen Sie seriöse Stromversorger?

Schauen Sie dazu weniger auf den Preis und mehr auf die Vertragskonditionen. Ein seriöser Anbieter überzeugt durch 30-Tage-Kündigung und bindet nicht mit langen Laufzeiten. Sollten Sie auf nachhaltigen Ökostrom Wert legen, gehen Sie bitte zu einem unabhängigen Provider. Viele andere Stromanbieter offerieren herkömmlichen Strom in grüner Mogelpackung. Lesen Sie dazu im Internet Beiträge bezüglich der RECS Zertifikate. Damit wandeln vor allem die großen Versorger klassischen Kohle und Atomstrom in ökologisch wertvolle Stromprodukte um. Weil diese Masche mittlerweile bekannt ist, werden die RECS Zertifizierungen nicht mehr ausgewiesen, sondern gegen Zertifikate von anbieterfreundlichen Zertifizierungsstellen ausgewechselt.

Richtig den Stromanbieter wechseln

Ein seriöser Stromanbieter übernimmt für Sie die Kündigung beim alten Versorger, garantiert seinen aktuellen Preis mindestens für 12 weitere Monate und lässt Sie problemlos innerhalb eines Monats aus dem Vertrag.