Wie wärme ich mein Pferd vor dem Reiten richtig auf?

Bild von einem Pferd.
Bild von einem Pferd.

Richtiges Aufwärmen im Reitsport – gezielt und effizient!

Die Reitschüler kreiseln Runde um Runde am Rand der Bahn entlang. Gelangweilte Gesichter machen sich breit. Die Zeit bis die Stunde endlich startet scheint endlos zu sein. Und auch für die Pferde ist das eintönig. Lieblos wird durch die Halle geschlurft. Von richtigem Aufwärmen keine Spur! Doch auch erfahrene Reiter scheuen dies und halten diese Phase eher kurz. Schade eigentlich – hier kann nämlich viel für das Training des teuren Tieres beigetragen werden. Ein Grund mehr, um das Thema „richtiges Aufwärmen“ näher zu betrachten. Packen wir es an!

Gesundheitliche Aspekte
In der freien Natur sind Pferde fast rund um die Uhr in Bewegung. Allein die Nahrungssuche lässt sie weite Strecken in ruhigem Tempo zurücklegen. Die Muskeln sind ständig in Arbeit. Damit wärmen sie konstant ihre Gliedmaßen auf. Sogenannte Synovia (Gelenkflüssigkeit) wird gebildet. Diese macht die Gelenke geschmeidig und erlaubt einen Schnellstart im Falle eines Raubtierangriffs.

Nun unterliegen unsere Hauspferde natürlich keinen Löwen mehr, aber dennoch sollten wir auf die Gesundheit des Tieres größten Wert legen. Gerade Sehnenprobleme liegen der Ursache zugrunde, dass das Tier nicht lange genug aufgewärmt wurde. Zu früh wird der Organismus des Huftiers in Anspruch genommen. Die Folge sind hohe Tierarztkosten und gegebenenfalls ein Ausfall des geliebten Tieres. Für das Wohlergehen macht ein gezieltes Aufwärmprogramm für Pferde also Sinn!

Aufwärmen an der Hand
Sie können den Beginn Ihrer Arbeit mit dem Partner Pferd durchaus spannend gestalten. Gehen Sie auf Erkundungstour und führen Sie Ihr Pferd. Positiver Nebeneffekt: Auch Sie werden bereits aufgewärmt. Im Winter ein absolutes Plus für Ross und Reiter. Bei einem Spaziergang kann bereits an der Basis gearbeitet werden. Antreten lassen und anhalten, rückwärtsgehen oder ein Seitwärts können gut nebenbei gefestigt werden. Geben Sie das Tempo vor. Mal im flotten Schritt. Dann wieder verkürzt und langsam. Ihr Pferd wird Ihrem Beispiel folgen. Selbst Dehnübungen können mit einbezogen werden und machen schön locker.

Eine weitere gute Möglichkeit zum Aufwärmen des Pferdes ist zweifelsohne die Bodenarbeit. Damit kann ich mein Pferd höchst effektiv bewegen und seinen Körper in Schwung bringen. Hier können Sie Ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Mit Hilfe von Stangen, Pylonen, Planen und Reifen macht man dem Tier die Aufwärmphase interessant. Hier kommt sicher keine Langeweile auf! Der Trainingsplan kann so von Anfang an schon sehr individuell gestaltet werden. Und was vorher am Boden gut vorbereitet wird, klappt später im Sattel umso besser. Ein weiterer Vorteil: Die Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Pferd wird deutlich intensiviert!

Aufwärmen im Sattel
Genießen Sie doch anfangs eine große Schrittrunde am langen Zügel im Gelände. Man kann erneut zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Das Pferd gewöhnt sich an den Straßenverkehr. Zudem gestaltet sich das Aufwärmprogramm abwechslungsreich. Die Umgebung der Reithalle hat es ständig vor Augen. Ein Ausflug jedoch fördert die Sinne. Dazu macht die unterschiedliche Bodenbeschaffenheit trittsicher. Der Hufmechanismus wird zusätzlich angeregt.

Aber auch auf der Bahn können Sie Ihrem Tier etwas Gutes tun. Wählen Sie zu Beginn leichte Übungen, die Ihr Pferd gerne macht und loben Sie ausgiebig. Der Grundstein für ein motiviertes Pferd ist somit gelegt. Der Start zum eigentlichen Trainingsbeginn wird erleichtert. Unser Tipp: Eine Decke während der Schrittphase lässt die Muskulatur im Rückenbereich schneller warm werden!

Aufwärmen des Pferdes „maschinell“
Falls sich Ihnen die Möglichkeit bietet kann auch ein Laufband oder eine Führanlage zur Aufwärmphase dienlich sein. Anhand verschiedener Stufen kann bei einigen Modellen das Tempo manuell reguliert werden. Sogar leichte Steigungen sind bei Laufbändern möglich. Durchaus sinnvoll, wenn sich das Pferd im Muskelaufbau befindet. Dennoch sollte bedacht werden, dass hier keine allzu große Abwechslung für das Tier vorhanden ist. Als Ergänzung zwischendurch aber gut geeignet. Wichtig: Lassen Sie sich von einer erfahrenen Person einweisen und behalten Sie das Pferd immer im Auge! Auch ein Solarium kann die Muskulatur des Pferdes erwärmen. Ein angenehmes Zubrot, aber keinesfalls ausreichend!

Fazit
Damit Sie Ihren großen Partner lange Zeit gesund und reitbar halten, gehört ein gutes „Warmreiten“ einfach dazu! Das Aufwärmen des Pferdes soll aber auch beiden Spaß machen! Die Devise heißt dabei – öfter mal was Neues! Lassen Sie sich von diesen Ideen inspirieren! Sie werden feststellen, dass sich die Beweglichkeit Ihres Reitpferdes deutlich verbessert.