Wie Waldbaden die Gesundheit stärkt.

Symbolbild für das sogenannte Waldbaden.
Symbolbild für das sogenannte Waldbaden.

Wer gestresst in den Wald hinein geht, kommt erholt aus ihm heraus.

Das können die meisten Menschen aus eigener Erfahrung bezeugen. Wissenschaftliche Studien haben diese Tatsache unterstrichen. Davon ausgehend hat sich in Japan aus regelmäßigen Spaziergängen im Wald ein ganz neuer Gesundheitstrend entwickelt: Mit dem Waldbaden bauen immer mehr Menschen Stress ab und fördern zugleich nachhaltig ihre Gesundheit.

Wie der Wald auf die Menschen wirkt
Empirische Forschungen über die Wirkung des Waldes auf den Menschen begannen bereits vor vielen Jahrzehnten. In Feldstudien wurde herausgefunden, dass ein Spaziergang im Wald sich positiv auf die Stimmung von Menschen auswirkt. Die Wahrnehmung der grünen Umgebung mit ihrer vielfältigen Flora und Fauna wirkt offenbar sehr effektiv gegen emotionale Verstimmungen. Nicht ohne Grund werden Spaziergänge im Wald deshalb auch bei der Regeneration gegen Erschöpfung angewandt. Neuere Studien weisen nun jedoch darauf hin, dass der Wald die Gesundheit des Menschen noch viel nachhaltiger unterstützt. Die Spaziergänge im Wald wirken nicht nur durch die besondere Optik entspannend. Auch die frische Waldluft leistet einen besonderen Beitrag. Sie stärkt das Immunsystem des Menschen. Ursache dafür ist ein bestimmter Stoff, der sich in der Waldluft findet. Die Terpene dienen den Bäumen dazu, sich in ihrem Ökosystem auszutauschen und selbst gesund zu halten. Aber der Stoff stärkt auch das Immunsystem des Menschen. In einer Studie des japanischen Wissenschaftlers Qing Li aus Tokio konnte diese Wirkung wissenschaftlich nachgewiesen werden. Seit diese Ergebnisse vorliegen, forschen weltweit immer mehr Institute über die genauen Wirkungsmöglichkeiten von Waldspaziergängen. Für die Medizin ist das Gebiet ein interessantes Forschungsfeld, das in letzter Zeit viele interessante Entdeckungen beschert hat.

Japan ist in der medizinischen Waldforschung führend
Die medizinische Wirkung des Waldes haben die Japaner seither immer weiter unter die Lupe genommen. Das forschungsstarke Land entwickelte sogar einen eigenen Studiengang, der sich diesem Thema widmet. Die wissenschaftliche Forschung wirkte sich dabei auch schnell auf die Praxis aus. Das regelmäßige Spazieren im Wald eigneten sich viele Japaner als vorbeugende Maßnahme zur Erhaltung ihrer Gesundheit an. Für den neuen Trend erfand man in Japan sogleich auch einen festen Begriff. Analog zum Sonnenbaden gibt es hier das Waldbaden. Manche Institute und Wellnessanbieter haben sich darauf spezialisiert. Sie bieten Verbrauchern Spaziergänge in einzigartigen Wäldern an. Das gute an diesem Trend: Er wirkt gleich mehrfach positiv. Die Erhaltung der Gesundheit des Menschen ist beim Waldbaden immer verbunden mit der Erhaltung des Waldes als besonderes Ökosystem. Durch den nachhaltigen Erfolg in Japan breitete sich das Waldbaden auch in Europa langsam aus. Wenn es hier auch noch keine eigenen Institute dafür geben mag, so greifen es dennoch viele Verbraucher auf. Wer es sich im eigenen Alltag zu eigen macht, profitiert schnell davon. Und völlig neu ist dieser Gesundheitstrend nicht. Viele Menschen aus der älteren Generation kennen den Spaziergang im Wald aus Kindheitstagen. Sie gehen gerne im Wald spazieren und wissen, dass es ihrem Körper dadurch spürbar besser geht. Für diese Menschen dürfte lediglich das Wort Waldbaden etwas Neues sein. Durch die Wortneuschöpfung eignet sich gegenwärtig auch eine Reihe jüngerer Menschen die alte Tradition wieder an.