Zunehmend erkranken Menschen an Demenz aufgrund des steigenden Lebensalters.

Symbolbild für Demenz.
Symbolbild für Demenz.

Seit Jahren ist ein kontinuierlicher Anstieg der Lebenserwartung feststellbar.

In zahlreichen Fällen beeinträchtigt jedoch ein altersbedingter Funktionsausfall von Nervenzellen die Hirnleistungsfähigkeit. Dieser fortschreitende Prozess einer Demenz zeigt klassische Symptome. Die vielfältigen Auswirkungen der nicht heilbaren Erkrankung reduzieren die Lebensqualität des Betroffenen. Die Verhaltens- und Persönlichkeitsveränderung wirkt sich auch erheblich auf Angehörige aus. Demenzerkrankungen erfordern eine intensive, liebevolle und geduldige Betreuung.

Politik und Gesetzgeber tragen der Zunahme von Demenzerkrankungen mehr Rechnung

Die ständige Zunahme an pflegebedürftigen Menschen und insbesondere die Anzahl der Demenzerkrankungen stellt eine große Herausforderung für Gesellschaft und Politik dar. Der bundesdeutsche Gesetzgeber hat dieser Entwicklung in den aktuellen pflegegesetzlichen Regelungen Rechnung getragen. Bei Demenzerkrankungen erfolgt danach durch die Neueinteilung in fünf Pflegegrade (ehemals 3 Pflegestufen) eine bessere Unterstützung durch die Pflegekassen. Unter den nahezu 3 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland werden ungefähr zwei Drittel im Rahmen der häuslichen Pflege versorgt. Dabei kümmern sich oftmals in aufopferungsvoller Weise Angehörige um die notwendige Betreuung. Einen besonderen Umgang erfordern dabei Demenzkranke.

Die Betreuung eines an Demenz erkrankten Menschen ist besonders anspruchsvoll

Neben Maßnahmen der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung fallen auch besonders psychisch belastende Aufgaben an. Persönlichkeitsveränderungen mit Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Aggressionen können den vertrauensvollen Umgang erschweren. Verständnisvolle Geduld ohne Widersprüche und Kritik sind angebracht, aber im Alltag nicht immer einfach. Eine hohe Kommunikationsbereitschaft und die steigende Notwendigkeit einer Beobachtung können zusätzlich extrem belastend sein. Ein Verbleiben in der vertrauten Wohnung sichert zunächst die sozialen Kontakte und gefühlsmäßige Bindungen zu lieb gewonnenen Menschen. Es kann im Extremfall allerdings bei einer fortgeschrittenen Erkrankung vorkommen, dass engste Angehörige vom Erkrankten nicht mehr erkannt werden. Wenn der Aufgabenumfang zu groß wird, sollten zur Entlastung von betreuenden Angehörigen professionelle Dienste in Anspruch genommen werden. Die Kosten dafür werden in der Regel als sogenannte Sachleistungen von der Pflegekasse übernommen.

Für eine beginnende Demenz sprechen bestimmte Anzeichen

Das bekannte Verhalten und die bisherigen Persönlichkeitsmerkmale können sich im Zuge der Erkrankung immer mehr verändern. Angehörige sollten bei einem ersten Verdacht auf eine Demenzerkrankung wie Alzheimer aufmerksam und sorgfältig auf mögliche Symptome achten. Häufen sich solche Hinweise, sollte zur näheren Abklärung ein Arzt verständigt werden. Zu den typischen Funktionsstörungen von Demenz-Erkrankungen zählen:

  • Gedächtnisstörungen in Bezug auf Namen, Telefonnummern, Termine und kürzlich abgelegte Gegenstände wie Brille, Geldbörse oder Schlüssel. Ein Auffinden erfolgt mehr durch Zufall als durch eintretende Erinnerung.
  • Orientierungsstörungen beim Einkaufen, Gang zu Behörden, Apotheken oder Ärzten bei üblichen und früher unproblematischen Anlaufstellen.
  • Störungen des Denk- und Urteilsvermögens, Zusammenhänge werden durcheinandergebracht, bisherige Werthaltungen ändern sich, falsche Schlussfolgerungen.
  • Sprachstörungen wie längere Pausen während einer Wortfindung oder Satzbildung, Stottern, häufige Versprecher, unsichere oder fehlende Artikulierung, unangemessene Lautstärke.
  • Stimmungsveränderungen wie depressives oder aggressives Verhalten, deutliche Einschränkung der Kommunikations- und Kooperationsbereitschaft, Antriebslosigkeit
Ursachen für eine Erkrankung an Demenz

Überwiegend führen genetische Faktoren und altersbedingte Veränderungen zur Entstehung von Demenz-Erkrankungen. Einen Einfluss auf die Entwicklung von Demenz können außerdem die persönliche Lebensführung sowie Umweltfaktoren haben. In Einzelfällen können bestimmte Vorerkrankungen des Gehirns eine Rolle spielen. Im genetischen Ursachenbereich wird davon ausgegangen, dass bei Verwandten ersten Grades ein vierfach erhöhtes Erkrankungsrisiko gemessen am Durchschnitt der Bevölkerung vorhanden ist.

Vorbeugung

Als allgemeine wirksame Vorbeugung zur Verhinderung von Demenz ist eine ausreichende körperliche Bewegung und geistige Aktivität hilfreich. Ebenso trägt eine gesunde, ausgewogene Ernährung und die Vermeidung von Übergewicht zu einer Reduzierung von Risikofaktoren bei. Dadurch kann die Entstehung von oxidativem Stress und freien Radikalen vermindert werden. Ein erhöhtes Erkrankungsrisiko in Bezug auf Demenz stellt eine Erkrankung an Diabetes mellitus Typ 2 dar. Ebenso ist ein dauerhaft überhöhter Blutdruck mit schädlichen Auswirkungen auf die Blutgefäße zu bewerten. Eine Erkrankung an Demenz ist nicht heilbar. Es kommen lediglich Maßnahmen zur Verbesserung der Durchblutung und Linderung von Symptomen in Betracht. Nähere Informationen zum Thema sind unter anderem über die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. erhältlich.